Die Post und ihre unzufriedenen Agenturen nehmen den Dialog wieder auf

Bern, 06.10.2006 - 36 Postagenturen haben sich im Verein Postagenturen Schweiz zusammengeschlossen. Sie fürchten um ihre Existenz, weil die Entschädigung der Post zu tief sei. Nachdem das Gespräch mit der Post ins Stocken geraten war, ist der Verein mit einer Eingabe an PostReg gelangt. Die Parteien haben nun vereinbart, den Dialog wieder aufzunehmen und gemeinsam nach besseren Lösungen zu suchen.

36 der Ende 2005 bestehenden 141 Agenturen haben sich zur gemeinsamen Interessenvertretung gegenüber der Post im Verein Postagenturen Schweiz zusammengeschlossen und sind mit einer Eingabe an PostReg gelangt. Sie fürchten um die Existenz ihrer Agenturen, weil die Entschädigung durch die Post zu tief sei.

 

PostReg konnte im von der Post angewandten Entschädigungssystem keine eklatanten Schwachpunkte feststellen. Die Kriterien zur Festlegung der Entschädigungen sind einheitlich und nachvollziehbar. Die Entschädigung umfasst einen fixen Infrastrukturbeitrag und eine mengenabhängige Abgeltung.

 

Trotzdem ist die Verunsicherung des Vereins nachvollziehbar. Die Hälfte dieser    Agenturen wird von den Standortgemeinden als eigenständiges Geschäft betrieben. Konzipiert ist eine Agentur hingegen als Zusatzgeschäft, das in Kombination z.B. mit einem Detailhandelsgeschäft betrieben wird. Führt die Gemeinde die Agentur als eigenständiges Geschäft ohne Partner, trägt sie deshalb systemgemäss erhebliche Kosten.

 

Das Problem verschärft sich zunehmend, weil die direkt am Postschalter erledigten Geschäfte rückläufig sind. Zwischen 2000 und 2005 betrug der kumulierte Rückgang durchschnittlich 37 % bei den Briefen, 40 % bei den Paketen und 10 % bei den Einzahlungen. Dies, obwohl die von der Post beförderte Menge an Briefen und Paketen insgesamt stabil geblieben ist. Auch die Agenturen des Vereins sind von dieser Entwicklung betroffen. Die „typische“ im Verein organisierte Agentur verarbeitet pro Tag 1 - 2 Pakete, 40 – 80 Briefe (inkl. der Briefe, die nicht am Schalter abgegeben, sondern im Briefkasten eingeworfen werden) und ca. 15 Einzahlungsscheine. Angesichts dieser kleinen Mengen würde selbst eine starke Anhebung der Entschädigung durch die Post das Grundproblem nicht lösen.

 

Gefährdet ist die postalische Grundversorgung in den Gebieten der im Verein organisierten Agenturen nicht. Die Post ist gewillt, diese Agenturen weiterzuführen.

 

Die Parteien sind auf Vorschlag von PostReg übereingekommen, den Dialog wieder aufzunehmen. Nach dem Entscheid der Post über die Umsetzung von Ymago erfolgt eine rasche Kontaktaufnahme zwischen der Post und dem Verein. Für jede Agentur wird anschliessend geprüft, ob mit dem neuen Modell aus Ymago die bestehende Agentur auf eine bessere wirtschaftliche Basis gestellt werden kann. Fällt die Prüfung negativ aus, sollen auch weitere Optimierungsmöglichkeiten und Alternativen geprüft werden.

 

Die ausführliche Stellungnahme von PostReg zur aufsichtsrechtlichen Anzeige finden Sie unter www.postreg.admin.ch.

 

Kontakt/Rückfragen:

 

Martin Kaiser, Leiter Postregulationsbehörde PostReg, 031 322 50 94

 

Hinweis:

Für Auskünfte seitens des Vereins Postagenturen stehen der Präsident, Herr Paolo Giacometti, Tel. 081 / 681 24 67, und der Leiter der Geschäftsstelle, Herr Urs Chiara, Tel. 081 / 630 10 42, zur Verfügung.

Auskunftsstelle der Schweizerischen Post ist die Medienstelle, Tel. 031 / 338 13 07

Adresse für Rückfragen

PostReg
Bundeshaus Nord
3003 Bern
Tel.: +41 31 322 50 94

Herausgeber

Eidgenössische Postkommission PostCom
http://www.postcom.admin.ch/de/



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Letztes Update: 03.01.2022