Postregulationsbehörde PostReg: Tätigkeitsbericht 2011

Bern, 21.05.2012 - Die Postregulationsbehörde (PostReg) stellt in ihrem Tätigkeitsbericht fest, dass der Wettbewerb im Briefmarkt noch immer sehr zögerlich spielt. Die Schweizerische Post verfügt hier nach wie vor über einen Marktanteil von 99%. Die Qualität bei der Grundversorgung ist 2011 auf hohem Niveau weiter verbessert worden: 97,5 % der A-Post-Briefe und 99,3 % der B-Post-Briefe kamen pünktlich bei den Adressaten an. Damit wurde die Zielvorgabe des Bundesrates von 97% übertroffen.

Der Wettbewerb spielt im Briefmarkt noch immer sehr zögerlich. Vor zwei Jahren wurde die Monopolgrenze für adressierte inländischen Briefe auf 50 Gramm herabgesetzt; seither sind mehrere private Postanbieter im nationalen Briefmarkt tätig. Selbst wenn die Schweizerische Post mit ihrem hohen Sendevolumen über einen Marktanteil von über 99 % verfügt, konnten private Postanbieter im Vergleich zum letzten Jahr Terrain gut machen. Noch immer aber profitiert die Post vom Schutz des Restmonopols, ihrem flächendeckenden Poststellennetz und hohen Investitionen in neuste Technologien.  

Anders als in Europa setzt sich der langfristige Trend zum stetig schrumpfenden Briefmarkt in der Schweiz nur sehr langsam fort. Die anhaltende Substitution aufgrund der elektronischen Medien beträgt bei der Schweizerischen Post lediglich  -1,3 %. Die Schweiz verfügt im europäischen Vergleich über eine Sonderstellung, da der physische Brief hierzulande nach wie vor äusserst beliebt ist. Jeder Einwohner erhält durchschnittlich über 500 adressierte Sendungen pro Jahr. Insgesamt hat die Post im Jahr 2011 2,33 Mrd. adressierte inländische Briefsendungen verarbeitet.  

Im Paketmarkt, der seit 2004 vollständig geöffnet wurde, hat sich der Wettbewerb hingegen entwickelt. Dennoch halten die privaten Anbieter in der Schweiz im europäischen Vergleich immer noch einen konstant geringen Marktanteil; im Jahr 2011 waren es 20,4 %. Seit der Öffnung bewegt sich dieser Anteil grundsätzlich auf gleichhohem Niveau. Der Paketmarkt zeigt Sättigungstendenzen. Gründe sind unter anderem die gedämpfte Konsumentenstimmung im Berichtsjahr. 

Sehr hohes Niveau punkto Pünktlichkeit

Generell erbringt die Post die Leistungen der Grundversorgung auf  einem sehr hohen Niveau, das sie 2011 erneut steigern konnte. Die Post hat 97,5 % (2010: 97,2 %) und 99,3 % der B-Post-Briefe (2010: 98,5 %) pünktlich an die Adressaten ausgeliefert und damit die Zielvorgabe des Bundesrates von 97% übertroffen.   Auch bei den Paketen weist die Post hohe Qualitätswerte punkto Pünktlichkeit aus. Die Laufzeit bei den Priority-Paketen (PostPac Priority) entsprach mit 97,4 % nahezu dem Vorjahr (2010: 97,7 %). Bei den Economy-Paketen (PostPac Economy) kamen 97,7 % rechtzeitig beim Empfänger an (2010: 97,5 %).  

Erreichbarkeitswert wird mit 91,7% eingehalten

Die Dienstleistungen der Grundversorgung müssen in allen Regionen für alle Bevölkerungsgruppen in angemessener Distanz erhältlich sein. Als angemessen gilt, wenn mindestens 90 % der Bevölkerung im Durchschnitt innert 20 Minuten zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr Zugang zur nächsten Poststelle haben. Mit den nun vom Bundesamt für Statistik (BfS) aktuell erhobenen Bevölkerungsdaten (aus dem Jahr 2010) kann die Post 2011 den Erreichbarkeitswert mit 91,7 % einhalten. 

Grundversorgung ist weiterhin eigenfinanziert

Die Post soll die Grundversorgung selbst und aus den Wettbewerbserträgen finanzieren. Mit 660,9 Mio. Franken (2010: 664,9 Mio. Franken) fällt das Ergebnis in dieser Hinsicht wiederum gut aus. Die Grundversorgung ist immer noch eigenfinanziert (118,8 %) und die Situation hat sich leicht verbessert (Vorjahr: 118,4 %). Die Abhängigkeit der Post von der PostFinance hat sich aber verstärkt.  

PostCom wird PostReg ablösen

Seit 2004 beaufsichtigt PostReg unter anderem die Qualität der Grundversorgung sowie den Zugang dazu. Der Postregulator hat beispielsweise durch seine Intervention bei der Schweizerischen Post erreicht, dass die Leerungszeiten bei Briefkästen wieder nach hinten verschoben wurden - nachdem die Post die Zeiten auf den frühen Vormittag vorverschoben hat und damit in Kauf nahm, dass ein A-Post Brief im schlechtesten Fall 2,5 Tage bis zum Empfänger benötigte. (Ab September 2011 wurden neu 93 % der eingeworfenen Briefe frühestens ab 17 Uhr abgeholt, vorher waren es 68 %.) Ebenfalls entschied sich die Schweizerische Post nach der öffentlichen Kritik des Regulators gegen ihr Projekt, in gewissen Gebieten die Post erst am Nachmittag zuzustellen. In den Augen des Regulators wäre dies klar ein Leistungsabbau innerhalb der Grundversorgung gewesen. Zudem legte PostReg in ihrer Tätigkeit ein Hauptaugenmerk darauf, dass mindestens 90 % der Bevölkerung Zugang zur nächsten Poststelle hat. PostReg führte ebenfalls das Sekretariat der Kommission Poststellen. Die Kommission prüfte auf Antrag von Gemeinden, ob die Post beim Entscheid über die Schliessung oder Verlegung einer Poststelle die gesetzlichen Vorgaben eingehalten hatte und gab Empfehlungen ab.   

Ausserdem hat PostReg mit dem Ausweis der Grundversorgungskosten mehr Transparenz eingefordert sowie das Quersubventionierungsverbot gewährleistet.  

PostReg ermöglichte zudem einen wirksamen Wettbewerb im Rahmen der schrittweisen Marktöffnung. Mit ihrem Konzessionssystem legte die Behörde fest, dass sich alle Marktteilnehmer an die branchenüblichen Arbeitsbedingungen (Regelarbeitszeit, Mindestlohn und Mindestferienanspruch) hielten. Auch wachte PostReg darüber, dass es zu keinem Lohndumping kam. 

Mit dem neuen Postgesetz, das noch in diesem Jahr in Kraft gesetzt wird, wird mit der PostCom eine neue Regulierungsbehörde an die Stelle von PostReg treten.  

Weitere Informationen: www.postreg.admin.ch 

Adresse für Rückfragen

Eidgenössische Postkommission PostCom
Monbijoustrasse 51A
3003 Bern
Tel.: +41 58 462 50 94

Herausgeber

Eidgenössische Postkommission PostCom
http://www.postcom.admin.ch/de/



Zum Seitenanfang

Letztes Update: 03.01.2022