Kommission Poststellen: Erneut ablehnende Empfehlung zu einer Änderung im Poststellennetz

Bern, 18.02.2009 - Die Kommission Poststellen äussert sich ablehnend zur Einrichtung einer Postagentur in Vollèges. Für die Ersatzlösung Hausservice in Braunau TG und Maladers GR hingegen spricht sie zustimmende Empfehlungen aus.

An ihrer Sitzung vom 11. Februar 2009 hat die vom UVEK eingesetzte unabhängige Kommission Poststellen drei Eingaben von Gemeinden zur Überprüfung von Änderungsvorhaben der Post behandelt und Empfehlungen dazu abgegeben.

 

Die Post entscheidet unter Berücksichtigung dieser Empfehlungen endgültig.

 

Die Schweizerische Post will die Poststelle in Vollèges VS, einem Dorf oberhalb der Strasse zum grossen St. Bernhard, schliessen und eine Agentur im Dorfladen einrichten. In einer Agentur ist kein Barzahlungsverkehr möglich. Die Gemeinde Vollèges hat den Entscheid der Post der Kommission Poststellen zur Beurteilung vorgelegt.

 

Die Kommission kommt (ähnlich wie im Fall der Gemeinde Etoy im November 2008) nach sorgfältiger Prüfung zum Schluss, dass der Zugang zu den Dienstleistungen des Universaldienstes für alle Bevölkerungsgruppen in angemessener Distanz nach Verwirklichung des Vorhabens der Post nicht mehr erfüllt wäre. Für die Beurteilung der angemessenen Distanz wird praxisgemäss auf die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr oder zu Fuss abgestellt. Die aktuellen Verbindungen von Vollèges zu den nächsten Poststellen mit dem vollen Angebot der Grundversorgung (Sembrancher, Martigny, Le Châble) genügen diesem Kriterium nicht: Da Vollèges nicht direkt an der Zugstrecke liegt, muss zuerst der Bus bis Etiez benutzt werden, was den Gang zur Poststelle erheblich verlängert – ganz zu schweigen von der für den Weg zu Fuss benötigten Zeit. Der Bevölkerung des abgelegenen Dorfteils Levron, welche bereits heute mit Hausservice versorgt ist, würde zudem bei Wegfall der Poststelle in Vollèges die Erreichbarkeit einer Poststelle mit Vollangebot der Grundversorgung in der Region innerhalb der von der Praxis für angemessen befundenen Distanz geradezu verunmöglicht. Es zeigt sich, dass eine Änderung im Poststellennetz Auswirkungen für einen grösseren Kreis als die unmittelbar im betroffenen Dorf wohnhafte Bevölkerung mit sich bringen kann. Wiederholte Fragen der Gemeinde zu weiteren Änderungen im Poststellennetz der Region hat die Post nicht konkret beantwortet. Diese Ungewissheit ist denn auch ein zusätzlicher Grund für die ablehnende Empfehlung der Kommission. Sie hält die regionalen Gegebenheiten nicht für ausreichend berücksichtigt. Sie erwartet von der Post eine Lösung unter Einbezug der ganzen Region.

 

In Braunau TG und Maladers GR erachtet die Kommission hingegen auch bei Schliessung der heutigen Poststellen die Grundversorgung nach den Vorgaben der Postgesetzgebung für gewährleistet: Der Hausservice ermöglicht es, die Postgeschäfte an der Haustüre zu tätigen. Die nächsten Poststellen mit Vollangebot der Grundversorgung sind von Braunau aus in Bronschhofen und Wil, von Maladers aus in Chur, in angemessener Distanz erreichbar.

 

 Unabdingbare Voraussetzung für ein gutes Funktionieren des Hausservices ist nach Dafürhalten der Kommission in jedem Fall genügend Zeit für das Postpersonal zur Abwicklung der Geschäfte an der Haustüre.

Adresse für Rückfragen

Thomas Wallner, Präsident, Oberdorf, Tel. 032 / 622 53 30.(erreichbar ab 17.30 Uhr)
Monika Dusong, Vizepräsidentin, Neuenburg, Tel. 032 / 725 46 32 oder 079 / 433 07 37 (erreichbar am Mittwoch und am Freitag)
PostReg, Geschäftsstelle Kommission Poststellen, Tel. 031 322 50 94

Herausgeber

Eidgenössische Postkommission PostCom
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Letztes Update: 21.01.2022