Kundschaft profitiert von der Marktöffnung im Paketmarkt

Bern, 02.12.2008 - Die Postregulationsbehörde hat verschiedene Paketdienste miteinander verglichen. Ihr Fazit: Die Schweizerische Post verfügt mit ihrem dichten Poststellennetz über einen strategischen Vorteil gegenüber den privaten Postanbietern. Wer aber seine Pakete mit A-Post verschicken will, findet bei privaten Anbietern teilweise günstigere Alternativen.

Wie viel kostet es, einem Privatkunden innerhalb der Schweiz ein Handyset zu verschicken, ein knapp zwei Kilogramm schweres Buch oder drei Weinflaschen? Seit der Paketmarkt in der Schweiz 2004 vollständig liberalisiert worden ist, bieten verschiedene Postunternehmen ihrer Kundschaft einen spezifischen Paketservice an. Neben der Schweizerischen Post verfügen die beiden Postfirmen DHL Express Schweiz AG (DHL) und DPD Schweiz AG (DPD) mittlerweile ebenfalls über ein schweizweites Verteilnetz. Die Postregulationsbehörde (PostReg) hat im Hinblick auf den bevorstehenden Weihnachtspäckliversand die Tarife und die dazugehörigen Angebote der drei grössten Paketanbieter verglichen.

 

Wer beispielsweise ein Paket so gross und schwer wie ein Handyset mit A-Post verschicken möchte, zahlt bei der Schweizerischen Post mit 8 Franken am meisten. Bei DPD kostet das gleiche Paket 7.80 Franken, bei DHL 7.50. Ähnlich verhält es sich mit den drei Weinflaschen: Mit 10 Franken ist die Schweizer Post die teuerste Anbieterin – sowohl bei DHL wie auch bei DPD bezahlt man für den Versand 50 Rappen weniger. Für das zwei Kilogramm schwere Buch hingegen verlangt DHL den höchsten Preis: 9.50 Franken; das sind 1.50 Franken mehr als die Schweizerische Post. DPD ist in diesem Fall mit 7.80 Franken am günstigsten.

 

Wer sein Paket mit B-Post verschickt und damit in Kauf nimmt, dass es erst am übernächsten Tag beim Empfänger eintrifft, kann nur auf das Angebot der Schweizerischen Post zurückgreifen. Sie allein bietet diesen im Vergleich günstigen Service an. Sowohl das Handy-Paket wie auch das Buch kosten in diesem Fall lediglich 6, die drei Weinflaschen 8 Franken.

 

Die Auswertung von PostReg zeigt: Die Konsumenten haben – je nach Bedürfnis – die Möglichkeit, von verschiedenen Angeboten zu profitieren. Allerdings verfügt die Schweizerische Post über einen grossen strategischen Vorteil: Aufgrund ihres dichten Poststellennetz, zu dem rund 2 500 Poststellen gehören, orientieren sich die meisten Kunden nach wie vor an ihrem Angebot – obwohl private Postfirmen teilweise günstigere Produkte anbieten. PostReg stellt zudem fest, dass sämtliche Postanbieter generell kundenfreundlicher geworden sind: Vereinzelte Postfilialen der Schweizerischen Post sind beispielsweise auch am Wochenende bis spät abends geöffnet; dies trifft auch bei einigen Annahmestellen von DHL und DPD zu. DPD verfügt über 64 Annahmestellen (allesamt in Papeterien); DHL nimmt Pakete in ca. 200 Annahmestellen entgegen. Für viele Konsumenten wird sich daher der weitere Weg zu einer dieser Annahmestellen kaum lohnen. Wollen die privaten Anbieter für die Kundschaft nicht nur preislich attraktiv sein, müssen sie in Zukunft ihre Verteilnetze stark ausbauen.

 

 Während im Paketmarkt inzwischen verschiedene Anbieter um die Gunst der Kunden buhlen, herrscht im Briefmarkt Stillstand. Auch im laufenden Jahr hat aufgrund des geringen Marktöffnungsgrades von lediglich 12 Prozent keine Unternehmung das operative Briefgeschäft aufgenommen. Der Bundesrat beabsichtigt, 2009 in einem nächsten Schritt die Monopolgrenze von 100 Gramm auf 50 Gramm zu senken. 

Adresse für Rückfragen

Postregulationsbehörde PostReg
Monbijoustrasse 51A
3003 Bern
Tel.: +41 31 322 50 94

Herausgeber

Eidgenössische Postkommission PostCom
http://www.postcom.admin.ch/de/



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Letztes Update: 03.01.2022