Postregulationsbehörde PostReg:Tätigkeitsbericht 2007

Bern, 01.07.2008 - Die postalische Grundversorgung ist zwar immer noch flächendeckend und in guter Qualität garantiert – wenn auch nicht auf ganz so hohem Niveau wie im Jahr 2006, stellt PostReg in ihrem Tätigkeitsbericht 2007 fest. Neuen Schwung im Postmarkt erhofft sich PostReg vor allem von der Marktöffnung, wie sie der Bundesrat vorgeschlagen hat.

Was die Qualität der postalischen Grundversorgung anbelangt, kann die Postregulationsbehörde (PostReg) der Schweizerischen Post nicht mehr ganz so gute Noten erteilen wie dies für das Jahr 2006 der Fall war. Zu den Dienstleistungen der Grundversorgung gehören unter anderem die Zustellung adressierter Briefe, Pakete sowie abonnierter Zeitungen. Im Jahr 2007 (2006) trafen in der Schweiz 97,1 Prozent (98,0) der A-Briefe und lediglich 96,7 Prozent (98,3) der B-Briefe rechtzeitig beim Empfänger ein. Das entspricht bei den 102 000 zu spät eingetroffenen B-Briefen beinahe einer Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Die Laufzeiten bei den Paketen haben sich von 97,3 auf 97,6 Prozent verbessert. Bei den Economy-Paketen liegt der Wert mit 97,5 Prozent (97,6) auf vergleichbarem Niveau. Alles in allem ist aber festzuhalten, dass die Qualität der Grundversorgung im europäischen Vergleich immer noch auf einem sehr hohen Niveau ist.

 

Schwierigkeiten für private Anbieter

Gute Dienstleistungen erbringen aber auch Produkte im Wettbewerbsbereich: PostReg hat im letzten Dezember die Tarife der drei grössten Paketanbieter verglichen. Die Auswertung zeigt, dass die Kundschaft von verschiedenen Angeboten profitiert. Jedoch verfügt die Schweizerische Post aufgrund ihres dichten Poststellennetzes über einen bemerkenswerten Standortvorteil: Obwohl private Postfirmen Produkte teilweise günstiger anbieten, ziehen die meisten Kunden nach wie vor das Angebot der Schweizerischen Post vor.

 

Für private Anbieter bereitet der Markteintritt aufgrund der Dominanz der Post nach wie vor Schwierigkeiten. PostReg erachtet es deshalb als sinnvoll, dass auch private Anbieter von gleich guten Rahmenbedingung wie die Post profitieren können, und plädiert – vor allem was das Nachtfahrverbot betrifft – für eine pragmatische und faire Lösung.

 

Neu definierter Infrastrukturbeitrag

Bei dem Nachweis der Kosten der Grundversorgung konnte die Schweizerische Post bislang nicht alle Vorgaben erfüllen; es bestand gegenüber PostReg keine Einigkeit, wie viele Poststellen ein kommerziell orientiertes, im Wettbewerb stehendes Unternehmen betreiben müsste, um sämtliche postalischen Dienstleistungen anzubieten. Ende Jahr haben sich die Post und PostReg nun geeinigt und gemeinsam den Infrastrukturbeitrag neu definiert. Im neuen Rechnungsmodell wird nun angenommen, dass ein Betrieb ohne Grundversorgungspflicht hypothetisch ein Netz von 1700 Poststellen führen müsste. Heute betreibt die Schweizerische Post rund 2500 Poststellen; die Differenz von 800 Poststellen gewährleistet die gesetzlich verordnete Grundversorgung. Mit diesem Modell wird der Infrastrukturbeitrag nun für das Jahr 2007 auf 212 Mio. Franken berechnet; das ist über die Hälfte weniger als im letzten Jahr ausgewiesen.

 

Die Post erfüllt die Vorgaben beim regulatorischen Rechnungswesen

Die PostReg hatte der Post Weisungen gegeben, um ein regulatorisches Rechnungswesen aufzubauen, das – im Sinne der Transparenz – Kosten und Erlöse von Produkten und Dienstleistungen des Universaldienstes erfasst. Die Post musste in der Folge ein solches regulatorisches Rechnungswesen aufbauen. Die KPMG, eine unabhängige Revisionsstelle, hat nun diesem Rechnungswesen der Post das positive Testat gegeben. Damit ist belegt, dass die Post die Vorgaben des Regulators bezüglich Rechnungslegung erfüllt.

 

Bessere Rahmenbedingungen

Trotz Rekordgewinn der Post von 802 Mio. Franken (deshalb musste sie im letzten Jahr erstmals 300 Mio. Franken an den Bund abliefern), baut die Schweizerische Post weiterhin technologie- und rationalisierungsbedingt Stellen ab oder lagert sie aus. Während die Gesamtbeschäftigtenzahl der Post im letzten Jahr um rund 1 Prozent zugenommen hat, ist die Anzahl der Beschäftigten im schweizerischen Postmarkt gegenüber dem Vorjahr auf rund 38 000 (38 800) gesunken. Im Stammhaus der Post waren 2007 (2006) noch rund 33 400 (35 300) Personen angestellt.

 

Bei den privaten Anbietern ist eine leichte Zunahme der Anzahl Angestellten zu verzeichnen: Konzessionäre beschäftigten per Ende 2007 (2006) rund 1300 Personen (1200). Bei den Subunternehmern stieg die Zahl der Angestellten auf 1200 (1100) an.

 

Eine erfolgreiche Postpolitik muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass erforderliche betriebliche Reformen durchgeführt werden, freigesetzte Mitarbeitende aber trotzdem neue Stellen im Sektor finden können. Ohne die nötige Investitionssicherheit sowohl für private Anbieter als auch für die Post, fehlen aber die Anreize für Investitionen in innovative Produkte und Geschäftsfelder und damit für den Aufbau neuer Arbeitsplätze. Es geht also bei der Öffnung des Postmarktes wie bei der  Liberalisierung anderer Märkte darum, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass die Hürden für den Eintritt in den Wettbewerb möglichst tief sind und für alle – auch für die Post – ein Anreiz besteht, neue Investitionen für innovative Produkte zu tätigen.

Adresse für Rückfragen

Postregulationsbehörde PostReg
Monbijoustrasse 51A
3003 Bern
Tel.: +41 31 322 50 94

Herausgeber

Eidgenössische Postkommission PostCom
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Letztes Update: 03.01.2022