Liberalisierter Paketmarkt: Kunden profitieren vermehrt von der Marktöffnung

Bern, 02.12.2010 - Auch dieses Jahr hat die Postregulierungsbehörde (PostReg) verschiedene private Paketdienste miteinander verglichen: Wer sein Paket schnellst möglich verschicken möchte, findet bei privaten Postanbietern die günstigsten Angebote. Beim internationalen Paketversand ist es ratsam, im Vorfeld beim Postanbieter abzuklären, wie hoch die Verzollungskosten tatsächlich sind.

2004 wurde der Paketmarkt in der Schweiz vollständig liberalisiert. Seither bieten verschiedene Postunternehmen ihrer Kundschaft einen spezifischen Paketservice an. Neben der Schweizerischen Post verfügen sowohl die Postfirmen Aramex, DHL, DPD, Federal Express Europe (FedEx), TNT Suisse Post und United Parcel Service (UPS)  über ein schweizweites Verteilnetz.

 

Im Hinblick auf den bevorstehenden Weihnachtspäckliversand hat die Postregulationsbehörde (PostReg) die Tarife und die dazugehörigen Angebote der grössten Paketanbieter verglichen. Und kam dabei auf folgende Schlussfolgerungen:

 

Wer beispielsweise ein Paket so verschicken möchte, dass es am nächsten Tag beim Adressaten ankommt, zahlt  bei DPD mit 7.80 Franken mit Abstand am wenigsten – und zwar egal, ob es sich beim Paket um ein Handy-Set, ein gebundenes Buch oder drei Flaschen Olivenöl handelt. Für den gleichen Service zahlt man bei DHL 10.50 Franken. Bei der Schweizerischen Post gibt es je nach Grösse und Gewicht des Pakets Unterschiede: So zahlt man für ein Paket, so gross und schwer wie ein Handy-Set, 9 Franken; drei Flaschen Olivenöl kosten 11 Franken. Im Vergleich zum Vorjahr haben sowohl die Post wie auch DHL ihre Preise erhöht; einzig DPD verzichtete auf eine Preiserhöhung und bietet neuerdings den Versand dieser drei Paketkategorien zum gleichen Preis an. Die Angebote der anderen privaten Postfirmen bewegen sich alle auf einem höheren Preisniveau.

 

Wer sein Paket so verschickt, dass es erst am übernächsten Tag eintrifft, findet mit der Schweizerischen Post den günstigsten Anbieter: Für ein Paket in der Grösse eines Handy-Sets oder eines Buches zahlt der Kunde 7 Franken; drei Flaschen Olivenöl kosten 9 Franken. Falls der Kunde die Briefmarke online – als sogenannte WebStamp – ausdruckt, bezahlt er für diesen Service einen weiteren Franken weniger.

 

Die Auswertung von PostReg zeigt klar: Private Anbieter stellen vermehrt alternative Dienstleistungen zur Verfügung. Beispielsweise holen sie Pakete beim Kunden direkt ab, bieten mehrere Zustellversuche an oder versichern die Ware. Die Schweizerische Post verfügt allerdings mit ihren rund 2300 Annahmestellen immer noch über das dichteste Verteilnetz im Vergleich zu DHL mit 200 Annahmestellen oder zu DPD mit 62.

 

Verschiedene Zollgebühren

Auch den Paketimport (vom EU-Raum in die Schweiz) hat PostReg analysiert. Für beispielsweise ein Paket mit Textilien und Sportartikeln im Wert von 180 Euro verlangt die Schweizerische Post Verzollungskosten von 18 Franken. Auch bei DHL bezahlt man für ein solches Paket 18 Franken. Der private Paketanbieter UPS verlangt für dasselbe Paket 18.50 Franken; bei FedEx sind es 19 Franken.

 

Sowohl für ein Bücher-Paket im Wert von 55 Euro, als auch ein Paket mit DVDs für 45 Euro verlangen weder die Post, DHL noch UPS Verzollungskosten. Bei Fedex belaufen sich bei diesen zwei Paketkategorien die Kosten auf 19 Franken.

 

Bei anderen privaten Paketanbietern ist das Preisniveau für die untersuchten Pakete (Textilien und Sportartikel, Bücher, DVDs) deutlich höher. Aramex verlangt beispielsweise für alle drei Paketkategorien Verzollungskosten von 26.90 Franken; bei DPD kosten alle drei Pakete sogar 33 Franken.

 

Auch wenn Konsumenten von mehreren Angeboten verschiedener privater Postanbieter Gebrauch machen können, ist es ratsam, im Vorfeld beim jeweiligen Anbieter abzuklären, wie hoch die Verzollungskosten nach der Zollabfertigung tatsächlich sind.

 

Diese Situation könnte sich in Zukunft ändern, wenn  ein vereinfachtes Zollanmeldeverfahren für sämtliche Postanbieter in Kraft treten wird.

 

Kontaktperson: Adrien de Werra: 031 324 13 27

Adresse für Rückfragen

Postregulationsbehörde PostReg
Monbijoustrasse 51A
3003 Bern
Tel.: +41 31 322 50 94

Herausgeber

Eidgenössische Postkommission PostCom
http://www.postcom.admin.ch/de/



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Letztes Update: 03.01.2022